Negative Strompreise: Warum es sie gibt – und wie Batteriespeicher daraus Nutzen ziehen

Es klingt paradox: An der Strombörse gibt es Stunden, in denen Verkäufer Geld dafür bezahlen, dass ihnen jemand Strom abnimmt. Negative Strompreise sind längst kein Ausnahmephänomen mehr – sie treten in Deutschland an mehreren hundert Stunden pro Jahr auf, vor allem in sonnigen Mittagsstunden. In diesem Artikel erklären wir, wie negative Preise entstehen, wer darunter leidet – und warum sie für Batteriespeicher eine der wichtigsten Erlösquellen überhaupt sind.

Was sind negative Strompreise?

Strom wird in Deutschland unter anderem an der Börse EPEX Spot gehandelt – für jede Stunde bzw. Viertelstunde des Folgetages entsteht dort ein Preis aus Angebot und Nachfrage. Übersteigt das Stromangebot die Nachfrage deutlich, fällt der Preis. Und weil sich manche Kraftwerke nicht beliebig schnell drosseln lassen und Erneuerbare teils unabhängig vom Preis einspeisen, kann der Preis unter null rutschen: Wer in diesen Stunden Strom abnimmt, bekommt Geld dafür. Wer einspeist, muss draufzahlen.

So sieht ein Tag mit negativen Mittagspreisen aus

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Börsenstrompreis im Tagesverlauf (schematisch): ■ Mittags drückt der Solar-Überschuss die Preise unter die Nulllinie – ■ abends steigt der Preis zur Tagesspitze.

Warum entstehen negative Preise?

Die Hauptursache ist der Erfolg der Energiewende selbst: An sonnigen und windigen Tagen produzieren Photovoltaik- und Windkraftanlagen zeitweise mehr Strom, als Deutschland in diesem Moment verbraucht. Gleichzeitig laufen konventionelle Kraftwerke aus technischen oder vertraglichen Gründen weiter. Das Ergebnis: ein Überangebot, das der Markt über den Preis abbaut – notfalls unter null. Typisch sind negative Preise deshalb in den Mittagsstunden sonniger Tage, an Feiertagen mit wenig Verbrauch und in stürmischen Nächten.

Photovoltaik-Anlagen auf großen Hallendächern eines Gewerbegebiets
Mittags speisen tausende PV-Dächer gleichzeitig ein – das Überangebot drückt die Börsenpreise, an sonnigen Tagen bis unter null.

Wie oft kommt das vor?

Die Tendenz zeigt klar nach oben: Mit jedem Zubau an Solar- und Windleistung steigt die Zahl der Stunden mit negativen oder sehr niedrigen Preisen. Zuletzt lag Deutschland bei mehreren hundert Stunden pro Jahr – und weil der Ausbau der Erneuerbaren politisch gewollt weitergeht, während Speicherkapazität erst nach und nach entsteht, dürfte diese Zahl weiter wachsen. Genau diese wachsende Preisspreizung zwischen Überschuss- und Knappheitsstunden ist der Motor des Speichermarkts.

Wer verliert bei negativen Preisen?

Für Betreiber von PV- und Windanlagen sind negative Preise ein wachsendes Problem: In diesen Stunden ist ihr Strom am Markt nichts wert – schlimmstenfalls kostet das Einspeisen Geld, oder die Anlage wird abgeregelt und der Strom geht komplett verloren. Auch volkswirtschaftlich ist jede abgeregelte Kilowattstunde sauberer Energie ein Verlust. Das Netz hat schlicht ein Zeitproblem: Der Strom entsteht nicht dann, wenn er gebraucht wird.

Wie Batteriespeicher aus dem Problem eine Lösung machen

Ein Trading-Batteriespeicher dreht die Logik um: Er lädt gezielt in den Stunden mit den niedrigsten – idealerweise negativen – Preisen und wird damit fürs Stromabnehmen sogar bezahlt. Abends, wenn die Solarproduktion endet und die Nachfrage steigt, speist er den Strom zur Preisspitze wieder ein. Die Differenz zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis ist sein Ertrag – dieses Prinzip heißt Arbitrage. Der Nebeneffekt ist netzdienlich: Der Speicher nimmt Überschüsse auf, statt sie abregeln zu lassen, und füllt Erzeugungslücken, wenn Strom knapp ist.

Trading-Batteriespeicher auf zwei Pkw-Stellplätzen neben einer Trafostation
Zwei Stellplätze genügen: Trading-Batteriespeicher der STW Group laden bei Überschuss – und speisen ein, wenn Strom knapp ist.

Was heißt das für Flächeneigentümer und Investoren?

Je häufiger negative Preise auftreten, desto wertvoller wird jeder Speicherstandort mit freiem Netzanschluss. Die STW Group errichtet und betreibt Trading-Batteriespeicher auf Gewerbegrundstücken in ganz Deutschland: Eigentümer geeigneter Flächen erhalten dafür ein jährliches Nutzungsentgelt – ohne eigene Investition. Und wer selbst am Speichermarkt teilhaben möchte, findet auf unserer Seite In Batteriespeicher investieren die passenden Modelle.

Häufige Fragen zu negativen Strompreisen

Bekomme ich als Haushaltskunde Geld, wenn der Strompreis negativ ist?

In der Regel nicht: Die meisten Haushalte haben Festpreisverträge. Nur mit dynamischen Stromtarifen und flexiblem Verbrauch lässt sich von Börsenpreisen direkt profitieren – Netzentgelte, Steuern und Umlagen fallen aber trotzdem an.

Sind negative Strompreise schlecht für die Energiewende?

Sie sind vor allem ein Signal: Es fehlt an Flexibilität und Speichern, nicht an sauberem Strom. Jeder zusätzliche Batteriespeicher reduziert die Zahl und Tiefe negativer Preisphasen – und macht das System stabiler.

Verschwinden negative Preise, wenn genug Speicher gebaut sind?

Langfristig dürften Speicher die Extreme glätten. Bis dahin wächst der Solar- und Windausbau jedoch schneller als die Speicherkapazität – das Zeitfenster für attraktive Spreads bleibt nach Markteinschätzungen noch viele Jahre offen.

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