Fachartikel · Messkonzepte
Front of the Meter (FTM) – wörtlich „vor dem Zähler“ – bezeichnet Batteriespeicher, die nicht hinter dem Stromzähler eines Verbrauchers stehen, sondern über einen eigenen Netzverknüpfungspunkt direkt mit dem öffentlichen Stromnetz verbunden sind. Dieses Messkonzept ist die technische und regulatorische Grundlage dafür, dass ein Speicher als eigenständiger Akteur am Strommarkt handeln kann. In diesem Artikel erklären wir, wie das FTM-Messkonzept funktioniert, worin der Unterschied zu Behind-the-Meter-Anlagen liegt und warum es für Trading-Batteriespeicher entscheidend ist.
Was bedeutet Front of the Meter?
Der „Meter“ ist der Stromzähler, der den Verbrauch eines Haushalts oder Unternehmens gegenüber dem Netzbetreiber abrechnet. Ein Front-of-the-Meter-Batteriespeicher steht aus Sicht des Netzes vor diesem Zähler: Er ist nicht Teil einer Kundenanlage, sondern besitzt einen eigenen Anschluss an das öffentliche Verteilnetz – typischerweise an einer Trafostation. Der Speicher lädt und entlädt also direkt aus dem und in das Netz, unabhängig vom Stromverbrauch eines dahinterliegenden Gebäudes.
Das Gegenstück ist Behind the Meter (BTM): Hier steht der Speicher hinter dem Zähler eines Verbrauchers – etwa ein Heimspeicher im Keller oder ein Gewerbespeicher zur Eigenverbrauchsoptimierung. Ein BTM-Speicher dient in erster Linie dem Standort selbst; ein FTM-Speicher dient dem Netz und dem Markt.
So funktioniert das FTM-Messkonzept in der Praxis
Kern des Messkonzepts ist ein eigener Netzverknüpfungspunkt mit einer eigenen Marktlokation: Der Speicher wird beim Netzbetreiber als eigenständige Erzeugungs- und Verbrauchseinheit geführt und erhält eine eigene Messlokation. Gemessen wird mit einem Zweirichtungszähler mit registrierender Leistungsmessung (RLM) beziehungsweise einem intelligenten Messsystem: Er erfasst viertelstundengenau, wie viel Strom der Speicher aus dem Netz bezieht (Laden) und wie viel er einspeist (Entladen).
Diese viertelstundenscharfen Messwerte fließen in die Marktkommunikation und die Bilanzkreisabrechnung ein. Erst dadurch kann der Speicher sauber am Strommarkt abgerechnet werden: Jede geladene und entladene Kilowattstunde ist eindeutig dem Speicher zugeordnet – nicht einem dahinterliegenden Verbraucher. Für den Flächeneigentümer, auf dessen Grundstück der Speicher steht, ändert sich an der eigenen Stromabrechnung dadurch nichts: Sein Zähler und der Speicherzähler sind vollständig getrennt.
Warum FTM die Basis für Trading-Batteriespeicher ist
Ein Trading-Batteriespeicher verdient Geld, indem er günstig lädt, wenn Strom im Überfluss vorhanden ist, und einspeist, wenn die Preise hoch sind. Dafür braucht er den vollen, direkten Zugang zum Strommarkt – und genau den ermöglicht das FTM-Messkonzept: Der Speicher kann seine gesamte Leistung vermarkten, ohne durch den Lastgang eines Gebäudes begrenzt zu sein. Zusätzlich kann ein netzgekoppelter Speicher netzdienlich betrieben werden und das Verteilnetz genau dort entlasten, wo Strom erzeugt und verbraucht wird.
Hinzu kommt ein regulatorischer Vorteil: Für Strom, den ein Batteriespeicher zum Zweck der Zwischenspeicherung aus dem Netz bezieht, sieht der Gesetzgeber weitgehende Entlastungen bei den Netzentgelten vor. Zusammen mit den stark schwankenden Börsenpreisen macht das FTM-Speicher zu einem der attraktivsten Geschäftsmodelle der Energiewende.
FTM und BTM im direkten Vergleich
Beim Anschluss nutzt FTM einen eigenen Netzverknüpfungspunkt, BTM den vorhandenen Hausanschluss des Kunden. Bei der Messung hat FTM eine eigene Marktlokation mit RLM-Zähler, während BTM über den Kundenzähler mitläuft. Beim Geschäftsmodell erzielt FTM Erlöse am Strommarkt und durch Netzdienlichkeit, BTM spart vor allem Stromkosten durch Eigenverbrauch. Und bei der Größe reicht FTM vom Container-Speicher an der Trafostation bis zum Großspeicher, während BTM meist vom Heimspeicher bis zum Gewerbespeicher reicht. Wie die Technik dahinter im Detail funktioniert, erklären wir auf unserer Seite Batteriespeicher-Technologie.
Häufige Fragen zum FTM-Messkonzept
Braucht ein FTM-Speicher einen eigenen Zähler?
Ja. Ein FTM-Speicher wird über einen eigenen Zweirichtungszähler mit viertelstundengenauer Leistungsmessung erfasst. Er hat eine eigene Marktlokation und ist messtechnisch vollständig von umliegenden Verbrauchern getrennt.
Beeinflusst ein FTM-Speicher auf meinem Grundstück meine Stromrechnung?
Nein. Der Speicher läuft über seinen eigenen Netzanschluss und Zähler. Als Flächeneigentümer erhalten Sie eine Pacht für die Fläche – Ihre eigene Stromversorgung und Abrechnung bleiben unberührt. Mehr dazu unter Fläche verpachten.
Wer kümmert sich um Messkonzept, Netzanfrage und Marktkommunikation?
Bei Projekten der STW Group übernehmen wir den gesamten Prozess: Netzanfrage beim Verteilnetzbetreiber, Abstimmung des Messkonzepts, Zählersetzung, Anmeldung der Marktlokation und die laufende Vermarktung. Für Standortpartner entsteht kein Aufwand.
FTM-Speicher auf Ihrer Fläche?
Die STW Group errichtet und betreibt Front-of-the-Meter-Batteriespeicher in ganz Deutschland – von der Netzanfrage bis zur Vermarktung. Wir prüfen Ihren Standort kostenlos und melden uns innerhalb eines Werktags.

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