Regelenergie einfach erklärt: Wie FCR und aFRR das Stromnetz stabil halten

Unser Stromnetz funktioniert nur, wenn Erzeugung und Verbrauch in jeder Sekunde exakt im Gleichgewicht sind. Gerät dieses Gleichgewicht aus dem Takt, weicht die Netzfrequenz von ihrem Sollwert 50 Hertz ab – im Extremfall drohen Abschaltungen. Damit das nicht passiert, gibt es Regelenergie: eine Reserve, die innerhalb von Sekunden einspringt.

Was ist Regelenergie?

Regelenergie (auch Regelleistung genannt) ist Leistung, die die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber kurzfristig abrufen können, um Schwankungen zwischen Stromerzeugung und -verbrauch auszugleichen. Fällt etwa unerwartet ein Kraftwerk aus oder liefert der Wind weniger als prognostiziert, sinkt die Frequenz – dann wird positive Regelenergie abgerufen (mehr einspeisen oder weniger verbrauchen). Ist zu viel Strom im Netz, kommt negative Regelenergie zum Einsatz (weniger einspeisen oder mehr aufnehmen).

Die drei Stufen: FCR, aFRR und mFRR

FCR (Frequency Containment Reserve, Primärregelleistung): Die schnellste Stufe. Sie muss innerhalb von 30 Sekunden vollständig verfügbar sein und reagiert automatisch auf jede Frequenzabweichung. aFRR (automatic Frequency Restoration Reserve, Sekundärregelleistung): Wird automatisch vom Netzbetreiber aktiviert und muss innerhalb von 5 Minuten voll bereitstehen; sie löst die FCR ab und führt die Frequenz zurück zum Sollwert. mFRR (manual Frequency Restoration Reserve, Minutenreserve): Wird manuell abgerufen und übernimmt bei länger andauernden Störungen.

Wer stellt Regelenergie bereit – und wie wird sie vergütet?

Regelleistung wird in Auktionen ausgeschrieben, an denen präqualifizierte Anbieter teilnehmen. Vergütet wird zweifach: mit einem Leistungspreis allein für das Bereithalten der Kapazität – unabhängig davon, ob sie abgerufen wird – und mit einem Arbeitspreis für tatsächlich gelieferte Energie. Traditionell übernahmen konventionelle Kraftwerke diese Aufgabe. Mit deren Rückzug aus dem Markt entsteht eine Lücke, die neue, schnelle Technologien füllen müssen.

Warum Batteriespeicher ideal für Regelenergie sind

Kein anderes System reagiert so schnell wie ein Batteriespeicher: Er wechselt in Sekundenbruchteilen zwischen Laden und Entladen und kann sowohl positive als auch negative Regelenergie liefern – perfekt für FCR und aFRR. Kleinere Anlagen werden dafür zu virtuellen Kraftwerken gebündelt und erreichen so gemeinsam die nötige Mindestgröße für den Marktzugang.

Für Speicherbetreiber ist Regelenergie damit eine attraktive Erlösquelle neben dem Arbitrage-Handel an der Strombörse – und ein Beitrag zur Versorgungssicherheit zugleich. Wie beides zusammenspielt, lesen Sie auf unseren Seiten Trading-Batteriespeicher und Netzdienlicher Batteriespeicher. Sie besitzen eine Gewerbefläche mit Trafostation? Wir prüfen Ihren Standort kostenlos.

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